Teneriffa Nord – hier gibt es alles

Teneriffa zu besuchen ist absolut lohnenswert. Viele Jahre habe ich selbst hier gelebt und kann behaupten, die Insel ganz gut zu kennen. Täglich heben aus Deutschland mehrere Maschinen zur größten der Kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas ab. Wichtig für deine Planung ist eigentlich nur, zu entscheiden, was du von deinem Urlaub erwartest. Liegt deine Priorität auf Sonnenbad, Meer und Nachtleben, dann bist du im Süden besser aufgehoben. Dazu findest du einen separaten Artikel über Urlaub im Süden Teneriffas.

Magst du es romantischer und authentischer, dann bist du in Teneriffa Nord besser aufgehoben. Was dir schnell auffallen wird, ist, dass es alle paar Meter eine Bar gibt. Ein Bocadillo de Carne mechada (großes Brötchen mit zerzupftem Rindfleisch) und ein Cortado Leche-Leche (s.u.) haben schon viele Leben gerettet. 😉

Versuche die lokalen Feste zu lokalisieren und zu besuchen. Besonders zu empfehlen sind die Romería von Tegueste, die Romería von La Orotava und die von Los Realejos. und die entsprechenden volkstümlichen Tanzabende Baile de Mago (besonders die von La Orotava, Los Realejos, Puerto de la Cruz und Santa Cruz). Der Karneval von Santa Cruz ist nach Rio de Janeiro der bedeutendste weltweit und wenn du kannst, besuche ihn bei Tag und Nacht (aber mit Kostüm! Eines aus dem Supermarkt reicht). In La Orotava werden zum Corpus Cristi die Straßen aufwändig mit Blumenornamenten belegt und der Rathausvorplatz in wochenlanger Arbeit mit einem gigantischen Sandbild bestreuselt. Weiterhin gibt es vielerorts Weinfeste, Tapas-Touren, die berühmte Fiesta del Carmen in Puerto de la Cruz und vieles mehr. Die Tourist-Information vor Ort weiß Bescheid und hilft gern, auch auf deutsch.

Was erwartet dich auf Teneriffa?

Man sagt, in Teneriffa Nord herrsche ewiger Frühling. Ein bisschen stimmt das sogar, weil es tagsüber im Sommer kaum über 26ºC warm wird und im Winter das Thermometer immerhin noch zwischen 15 und 24ºC pendelt. Mitunter kann es auch ein paar Tage (im Sommer wie im Winter) richtig warm werden, wenn der heiße Wind aus der Sahara, der Calima, Saharasand und Temperaturen von über 30ºC von Marokko herüber bringt. Zusammenfassend: eigentlich ist es immer ganz gut auszuhalten. Und sollte es im Norden doch einmal regnen, genügt schon häufig eine halbstündige Autofahrt, um wieder in die Sonne zu kommen.

Warum Teneriffa Nord?

Weil du hier noch Teneriffa wirklich erleben kannst. Während im Süden karge Landschaften, riesige Hotelanlagen und Apartment-Siedlungen das Bild bestimmen, findest du im Norden verträumte Dörfer, üppige Vegetation, Wälder, Naturstrände, eine erstklassige Gastronomie und eine vielfältige Topografie. Die Tinerfeños (Einwohner Teneriffas) bezeichnen als Norden die kühlere und grünere Zone, die sich vom im Westen gelegenen Tenogebirge bis zum Anaga-Gebirge im Nordosten erstreckt. Die ebenfalls noch im Norden gelegene Hauptstadt Santa Cruz zählen sie nicht zum Norden, denn dort ist das Klima schon ganz anders (wärmer und trockener). Das Besondere an Teneriffa im allgemeinen ist die unglaubliche Vielfalt der Natur. So findest du hier den höchsten Berg Spaniens, den (momentan ruhigen) Vulkan Teide mit 3.718 Metern, der im Winter regelmäßig schneebedeckt ist. Ebenso kannst du an romantischen Strandbuchten völlig ungestört im heißen, schwarzen Vulkansand das Meer und die Sonne genießen.

Anflug auf Teneriffa- Teide

Wo wohnen in Teneriffa Nord?

Am besten such dir ein kleines Hotel oder ein Airbnb-Zimmer oder -Ferienhaus in der Gegend Puerto de la Cruz, Santa Úrsula, La Matanza, El Sauzal und miete dir einen Wagen. Die sind hier erstaunlich günstig. Alle genannten Orte liegen an der Nordautobahn TF-5, die Teneriffa Nord gut verbindet. Parallel gibt es durch die Dörfer auch die alte Straße, für die du aber etwas Zeit einplanen solltest. Die Insel ist kleiner als du denkst und in knapp zwei Autostunden kannst du sie einmal umrunden. Die Straßen sind in der Regel in Ordnung und wenn du die Berufsverkehr-Stoßzeiten vermeidest, kommst du auch gut durch.

Du könntest dich auch ohne Auto bewegen, denn es gibt ein recht gut ausgebautes Busnetz. Trotzdem würde ich ein Auto empfehlen. Wenn du von zuhause aus reservierst, dann bekommst du es gleich am Flughafen. Achte darauf, dass du einen Vermieter nimmst, der sein Büro auch am Flughafen hat, sonst ist es nervig, weil du erst abgeholt und irgendwo hingebracht wirst und du verplemperst leicht ein paar Stunden. Das dann noch mit Gepäck, verschwitzt, müde und hungrig ist nicht so schön. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Cicar gemacht (Büros und Autoabholung/Rückgabe an beiden Flughäfen). Kannst sonst ja auch selbst vergleichen bei Check24*.

Essen in Teneriffa Nord

Generell kannst du überall essen, wo es nach Restaurant aussieht. Hier wirst du nirgends über den Tisch gezogen oder übers Ohr gehauen, obwohl du selbstverständlich überall als Ausländer (Guiri – sprich Gieri) identifiziert wirst. Die Preise sind äußerst fair und für unsere Verhältnisse günstig. Als Insel im Atlantik gibt es vielerorts fangfrischen Fisch, aber das ist nicht alles. Spezialitäten, die du unbedingt probieren solltest, sind:

  • die kleinen, salzbekrusteten und runzeligen Pellkartoffeln mit roter und grüner Soße (papas arrugadas con mojo rojo y mojo verde)
  • gegrillter Käse mit den gleichen Soßen (queso asado (frito) con mojos)
  • Escaldón (ein köstlicher Brei aus geröstetem Maismehl (Gofio) Fleischbrühe und Zwiebel). Klingt unspektakulär, ist aber megalecker!
  • Almogrote (eine orangerote Creme aus Hartkäse, Paprika und Olivenöl, die vorzüglich zu Weißbrot schmeckt)
  • Gambas al ajillo (in Olivenöl mit Knoblauch gebratene Shrimps)
  • Pescado a la espalda con ajo (frischer aufgeschnittener Fisch, beidseitig nur mit Knoblauch gebraten)

Nach dem Essen bestell dir einen Cortado Leche-Leche und lass dich überraschen. Das ist wie eine kleine Mokka-Praline, schön anzusehen und zum Trinken. Den gibt's auch mit Alkohol aufgepeppt und hübsch im Glas geschichtet als Zaperoco con licor oder Barraquito con licor (je nach Dorf heißt der anders).
Auf Teneriffa, und besonders in Teneriffa Nord, wird Wein angebaut. Zum Essen bestell einfach den Hauswein. Der ist günstig und von ausgezeichneter Qualität. Wenn du Lust und Zeit hast, kannst du das berühmte Weingut Monje in Tacoronte zu einer Wein- und Käseverkostung* besuchen.

Meine Tipps zum Essen gehen in Teneriffa Nord

  • Monasterio in Los Realejos / Das Monasterio ist ein altes Kloster, im historischen Stil erweitert und aufgeteilt in verschiedenste Spezialitätenrestaurants. Nimm dir viel Zeit, alles zunächst wie ein Museum zu besichtigen und dann zu entscheiden, wo du dich zum Essen hinsetzt. Ich bin am liebsten zum Abendbrot oder zum Frühstück hier eingekehrt. Es gibt hier auch ein sehr reichhaltiges Frühstück mit hauseigenem Brot.
  • Tito's Bodeguita in Puerto de la Cruz (direkt an der Autobahnabfahrt 35) / Ein wunderschöner Innenhof eines alten Herrenhauses inmitten von Blumen. Mein absoluter Lieblingsplatz zum Mittag essen.
  • Fisch essen in El Pris. / El Pris ist ein kleines Fischerdörfchen mit zwei, drei kleinen und total rustikalen Restaurants direkt am Wasser, in denen du wunderbar fangfrischen Fisch essen kannst (solange es noch welchen gibt). Mein Tipp: Lass das Frühstück ausfallen und fahre zeitig zu einem vorgezogenen Mittagessen hin. Sonst kann es leicht passieren, dass es keinen Fisch mehr gibt.
  • Abaco in Puerto de la Cruz / Ein altes Herrenhaus, das tagsüber als Museum geöffnet ist, verwandelt sich am Abend in eine Cocktailbar. Gehe gemütlich durch das ganze Haus, besichtige alle Zimmer und die spektakuläre Küche und dann setz dich irgendwo hin. Nach einem Weilchen kommt die Bedienung mit der Karte. Super romantisch und elegant.
  • Guachinche / Guachinches sind saisonal geöffnete, urige Restaurants, die eigentlich Wein verkaufen und nebenbei deftige Gerichte anbieten. Einige öffnen mittags schon, andere erst zum Abend. Mit lecker Hauswein, Grillfleisch, Nachtisch und reichlich Wein wirst du pappsatt herauskugeln und hast vielleicht gerade einmal 10 Euro ausgegeben. Sehr schöne Guachinches findest du in den Dörfern wie z.B. La Matanza und La Orotava. Eine meiner Lieblinge ist oberhalb von La Orotava die Guachinche Romance, die aber nur im Winterhalbjahr ab 01.11. öffnet).
  • Terrazas de Sauzal / belgisch geführte Bar und Restaurant (zwei Etagen) in El Sauzal. Spektakulärer Blick auf die Nordküste, romantische Sonnenuntergänge und leckere Cocktails. Ein traumhafter Platz.
  • Café Vista Paraiso in Santa Úrsula / Wie der Name schon suggeriert ist der Blick tatsächlich paradiesisch. Vor Jahrzehnten von einer österreichischen Familie gegründet, gibt es hier neben Kaffee und Wein auch selbstgebackene Kuchen und Torten auf einer sonnigen Terrasse mit einem tollen Blick über die Küste.
  • Ristorante Mamma Rossa in Puerto de la Cruz / Ein echter Italiener in italienischer Familienhand, lecker, zentral und wunderschön dekoriert.
  • Mil Sabores / Ebenfalls in Puerto de la Cruz (schräg gegenüber vom Mamma Rossa) findet sich dieses wunderschöne Restaurant. In einem Herrenhaus auf zwei Etagen gibt es exquisite Küche und der Besitzer ist Sommelier. So kannst du beste Weine erwarten.

Ich könnte noch hunderte Restaurants empfehlen. Jedoch sind die vorgenannten irgendwie besonders, weil nicht nur das Essen, sondern auch das Ambiente speziell ist. Solltest du Tipps für den Süden benötigen, wirst du diese in meinem Artikel zu Teneriffa Süd finden. Allerdings, wie schon gesagt, im Norden isst man deutlich besser und vielfältiger. Probiere einfach Neues aus. Wenn du irgendwo ein kleines Lokal findest, geh einfach hinein und lass dich überraschen. Je weniger Touristen dort sind, umso besser.

Wo musst du hin, was musst du in Teneriffa Nord sehen?

Teide

Es gibt ein paar Dinge, die muss man einfach hier machen. Als allererstes ist ein Ausflug in die Cañadas und den Teide-Nationalpark dringend zu empfehlen. Unendliche Lavafelder in den verschiedensten Farben. Der Teide, der alles überragende, majestätische Hauptkegel der Vulkanlandschaft, karge Landschaft und zarte Blüten, die die Ebenen in jeder Jahreszeit in anderen Farben hüllen. Meine Lieblingsanfahrt geht über La Orotava bis zur Talstation der Seilbahn. Von dort könnte man noch bis fast auf den Gipfel kommen, aber das lohnt meines Erachtens nur bei extrem guter Sicht. Gutes Schuhwerk und ausreichend Wasser ist empfehlenswert. Deine hübschen italienischen Stöckelschühchen oder Badelatschen sind hier absolut fehl am Platz.

Von der Seilbahnstation kannst du noch ein paar Kilometer weiter fahren, um dann die nächste Parkplatzeinfahrt rechts zu nehmen und den Finger Gottes zu besichtigen. Das ist das Motiv, welches du auf fast jeder Postkarte findest, den mächtigen Teide im Hintergrund. Wenn du noch weiter fährst, dann kommst du am Observatorium vorbei. Weil Teneriffa neben Chile und Hawaii zu den besten Himmelsbeobachtungs-Standorten zählt, ist dieses Observatorium von großer internationaler Bedeutung. Ein absolutes Highlight ist eine Besichtigung desselben und einmal selbst durch die gigantischen Teleskope einen Blick auf die Sonne oder andere Himmelskörper zu werfen. Tickets gibt es hier*. Falls du nicht umdrehst, wenn du das Observatorium siehst, bist du eher im Süden, als du dich versiehst, was zwar grundsätzlich nicht schlimm wäre, aber du hast halt eine reichliche Stunde Heimweg über die Autobahn vor dir. Ich empfehle, umzudrehen und über La Esperanza und La Laguna heim zu fahren.

Da, wie schon geschrieben, im Bereich des Teide und der Cañadas die Lichtkontamination sehr gering ist, kannst du hier hervorragend die Sterne beobachten und sogar die Milchstraße mit bloßem Auge beobachten. Ab Puerto de la Cruz gibt es eine geführte Sterngucker-Nachttour zum Teidegebiet*, die den Sonnenuntergang mit einem Glas Cava (dem spanischen Champagner) und dann eine astronomische Führung einschließt.

Teide, der höchste Berg Spaniens inmitten einer unvergesslichen Vulkanlandschaft
Teide, der höchste Berg Spaniens

Loropark* / Siampark*

Überall wirst du Werbung für den Loropark sehen. Und ja, er ist tatsächlich sehr empfehlenswert. Angefangen hat die mittlerweile größte Papageiensammlung der Welt tatsächlich mit Vögeln, ist aber mittlerweile ein wunderschöner tropischer Erlebnispark, wo du neben Papageien auch Affen, Delfine, Tiger, Orcas, Flamingos, Seelöwen und vieles mehr entdecken kannst. Eines der modernsten Pinguinhäuser der Welt, ein unglaubliches Aquarium mit Haitunnel, Korallenriff, Flussdelta mit Pirañas und vieles mehr lassen die Zeit wie im Fluge vergehen. Es gibt sehenswerte Shows, Spielplätze für Kinder und auch einen Pfad durch die Baumwipfel zwischen bunten Vögeln. Fest in deutscher Hand besticht die Perfektion und Sauberkeit dieses Parks. Karten ohne Anstehen hier!*

Auch hier ist eine VIP-Tour* verfügbar. Diese umfasst eine spannende, anderthalbstündige Führung hinter die Kulissen, ein all-inklusive-Mittagessen und VIP-Sitzplätze in den Shows. Wenn du Wasser magst, dann kauf am besten gleich ein Kombiticket*, denn das gibt es günstiger für den zur gleichen Gruppe gehörenden Siampark.

Der Siampark ist ein im Süden gelegener Wasserpark und gilt als der modernste seiner Art auf der Welt. Nicht langweilige Rutschen sondern technisch perfekt ausgeklügelte Systeme lassen dich hier Raum und Zeit vergessen. So auch mein Tipp, sei zur Öffnung morgens gleich dort und abends werfen sie dich dann schon raus. Dir wird jede nicht genutzte Minute, die du morgens zu spät gekommen bist, leid tun. So wundert es nicht, dass ich es geschafft habe, in einem Jahr sage und schreibe sechs Mal im Siampark gewesen zu sein. Extratipp: Wenn möglich fahre sonntags hin. Da ist er nicht so voll und du stehst nicht so lange an. Das beste Wetter wäre ein Sonne-Wolken-Mix, aber ich gebe zu, dass dies schwierig zu steuern ist. Parkplätze gibt es ausreichend und es gibt sogar Shuttlebusse aus dem Norden. Karten ohne Anstehen hier!*

Cueva del Viento (Windhöhle)

Jahrelang habe ich diese Attraktion in Icod de los Vinos unbeachtet gelassen, bis mein lieber Schwager Kai dort unbedingt hin wollte. Seither empfehle ich sie wärmstens. Es ist eine der längsten Höhlen weltweit und du erfährst auf der Führung viel über Vulkanismus, Lava, Natur, Geologie und Geschichte. Ein wunderbares Erlebnis! Ruf ein paar Tage vorher an (922 815 339 – von 9:00 bis 16:00 Uhr ist das Besucherzentrum geöffnet) und frage nach einer deutschsprachigen Führung, denn die gibt's nicht täglich.

Cueva del Viento - Windhöhle in Icod de los Vinos Teneriffa

Tagesausflug durch die wichtigsten Dörfer in Teneriffa Nord

Icod de los Vinos

Icod de los Vinos hat mich nie so richtig begeistern können. Allerdings steht hier der älteste bekannte Drachenbaum, der auch auf den meisten Postkarten von Teneriffa zu sehen ist. Diesem tausendjährigen Kollegen einen Besuch abzustatten, lohnt schon. Ob man in den kleinen Park hinein muss, ist Geschmackssache. Ich nehme für das gesparte Eintrittsgeld lieber einen Cortado Leche-Leche in einer nahen Bar und sehe ihn mir aus einer Entfernung an, aus der er auch auf ein Foto passt.

Garachico

Ein paar Kilometer weiter kommst du nach Garachico. Garachico war einmal Teneriffas bedeutendster Hafen, bis der Ort vor reichlich 300 Jahren von der Lava verschüttet wurde. Noch heute siehst du von oben die neu entstandene halbrunde Landzunge. Es ist ein verträumtes Dörfchen, du kannst dich nach einem Rundgang oberhalb des Meerwasserschwimmbades (ein natürliches Labyrinth aus verschiedenen Kanälen, teils überbrückt und mit Leitern bestückt) ins Restaurant setzen und einen Barraquito con Licor (s.o.) genießen.

Los Silos

Wenn du ein wenig weiter fährst, gelangst du nach Los Silos. Fahr die Straße rechts bis zum Meer hinunter und ganz am Ende findest du am Wasser ein aufgestelltes Skelett eines Blauwals. Beeindruckend und ein schönes Fotomotiv.

Buenavista del Norte

Noch ein Stückchen weiter kommst du nach Buenavista del Norte. Meerseitig am Golfplatz wirst du mitten im Nichts ein schön gelegenes Restaurant finden. Nach einem Spaziergang an der Küste setz dich, bestell dir einen Wein und eine Kleinigkeit zu essen und sieh dem Meer bei seiner unendlichen Arbeit zu.

Punta de Teno

Nun ist ein wenig Mut gefragt. Folge der Straße weiter in Richtung Punta de Teno. Lass dich nicht von den in vielen Sprachen aufgestellten Sperrschildern und Warnhinweisen stören! Nur falls ein Schlagbaum dir den Weg versperrt, dann gib auf! Wenn du ganz bis zum Ende fährst, dann kommst du an den Leuchtturm von der Punta de Teno. Dieses Fleckchen Erde ist für die Tinerfeños ein magischer Punkt. Nicht nur, dass du von hier aus einen kolossalen Blick auf die 500 Meter hohe Steilküste von Los Gigantes hast, auch die zerklüftete Küste mit ihren vielen kleinen Winkeln macht ein Bad im kristallklaren Wasser schon obligatorisch. Auch die Nachbarinsel La Gomera ist von hier aus deutlich zu sehen.
Wenn du gut gebummelt hast, kannst du dann hier einen unglaublich romantischen Sonnenuntergang erleben. Gut, wenn du ein wenig Brot, Käse und Wein mitgebracht hast.

Tagestour nach Masca

Nach dem Frühstück geht es los in Richtung Westen. Nimm nicht die Autobahn, sondern folge der alten Küstenstraße. In Icod de los Vinos beginnt der Aufstieg nach El Tanque. Überall am Weg sind Aussichtspunkte ausgeschildert (Mirador). Halte gern und oft an und erfreue dich am gigantischen Ausblick. Beispielsweise kannst du von einem der Punkte Garachico wunderbar von oben sehen. Von El Tanque geht es über Erjos nach Santiago del Teide. Gleich am Ortseingang links gibt es ein schickes Hotel, wo ich gern gehalten, die Pferde und Mandelbäumchen angesehen und einen Cortado Leche-Leche getrunken habe. Dann im Ort geht es ausgescildert nach rechts weg nach Masca. Über schmale Serpentinen geht es bis in ein kleines Bergdorf, das bis vor noch gar nicht so langer Zeit komplett von der Außenwelt abgeschnitten war, weil es diese Straße noch nicht gab.

Auch auf dieser Strecke gibt es Aussichtspunkte, wo du gern einmal halten kannst. Heute leben die Einwohner von Masca hauptsächlich vom Tourismus und der Landwirtschaft. So finden sich hier jede Menge kleine Restaurants, Cafés und kleine Stände, an denen Obst oder Marmeladen verkauft werden. Auch ein berühmter Wanderweg startet von hier aus und man klettert durch die Schlucht von Masca in knapp fünf Stunden bis hinunter ans Meer. Hier in Masca kannst du etwas essen und man vertüdelt hier schnell ein paar Stunden auf den kleinen Wegen mit der einmaligen Aussicht auf Felsen und Meer. Wenn du wieder zurück möchtest, kannst dann die gleiche Straße einfachweiterfahren. Sie führt in einem Bogen zurück in den Norden oder du nimmst den gleichen Weg zurück. Beides ist schön.

Die Tour nach Masca wird auch als VIP-Tour in Kombination mit einen Ausflug zum Teide angeboten. Hier die Info.*

Teneriffa Masca Bergdorf Wildromantik
Masca – wilde Romantik in den Bergen

La Orotava / Puerto de la Cruz / La Laguna / Santa Cruz

Jeder Ort für sich ist mindestens einen Tag wert.

  • La Orotava ist ein wunderschön erhaltenes Dorf, in dem du stundenlang schöne Plätze, Parks, Restaurants und Cafés, Kirchen, wunderschöne Hinterhöfe und Gofio-Mühlen besuchen kannst. Gofio ist geröstetes Maismehl, aus dem leckere Süßigkeiten gezaubert werden. Ebenfallsist Gofio eine Basiszutat der traditionellen tierfeñischen Küche (erinnere dich Escaldón zu probieren!)
  • Puerto de la Cruz ist eine liebevolle Mischung aus lokalem Leben und Tourismus. Verträumte Gässchen, Geschäfte, Cafés und Restaurants laden zum Bummeln ein. Du wirst hier viel deutsch hören. Wenn du dich nicht vor geführten Touren scheust, dann buch gern die zweistündige Segway-Tour*. Entdecke ohne Anstrengung die Schönheiten von Puerto de la Cruz und erfahre Interessantes über die Geschichte der Stadt.
  • La Laguna ist mit seiner Stadtstruktur Weltkulturerbe und hat schöne Fußgängerzonen, in denen du prima shoppen kannst. Ebenso gibt es zahlreiche historische Gebäude von Bedeutung und erstklassige Tpas-Bars, Cafés und Restaurants. Wähle einen sonnigen Tag für den Besuch, denn La Laguna liegt recht hoch und es ist frischer hier und häufig bewölkt.
  • Santa Cruz ist die quirlige Hauptstadt und hat neben vielen schönen Einkaufsstraßen (zumeist Fußgängerzonen), Parks, interessanten Gebäuden, wie z.B. das von weitem sichtbare Auditorium, natürlich auch viele Restaurants und versteckte Highlights, wie das Palmetum, wo die größte Palmensammlung Europas gedeiht. Ein wenig nordostwärts findet sich der Postkartenstrand der Hauptstadt, die Playa Las Teresitas. Feiner gelber Sand wurde hier 1973 aus der nahe gelegenen Sahara herbeigeschafft und auf den schwarzen Vulkansand aufgeschüttet. Der Nachteil: An windigen Tagen kannst du dort praktisch nicht liegen, weil der feine Sand alles durchdringt und selbst das Atmen schwer macht. Wer sich lieber durch die Hauptstadt führen lässt, der findet hier* auch eine 2,5-stündige Entdeckungs-Tour zu versteckten Highlights, inklusive Hafenbootstour.

Vorsicht Falle

Teneriffa ist im Grunde ungefährlich, wenn man seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet.
Wichtigster Tipp: Nichts, außer vielleicht Badesachen, im Auto lassen! Nichts und nie! Es gibt kleinere Banden, die blitzschnell auf Parkplätzen zuschlagen und das Auto ausräumen. Ebenso gut auf Handtaschen aufpassen, gerade im Dunkeln oder in Restaurants!

Andererseits sind die Menschen unglaublich hilfsbereit und freundlich. Du kannst überall alles und jeden fragen und (wenn man sich denn versteht) wirst du Hilfe bekommen.

Wenn du Technik einkaufen willst, die hier vielfach günstiger ist als daheim, dann solltest du die Preise gut kennen. Die meisten Elektronik-Shops sind in indischer Hand. Die Geräte sind Originalmarkenprodukte und da schummelt man normalerweise nicht. Aber das Verhandlungsgeschick ist groß und ehe du dich versiehst hast du zu der tatsächlich günstigen Kamera einen superteuren minderwertigen Ersatzakku, einen überteuerten Speicherchip, eine Tasche oder sonst irgendein teures Zubehör zum doppelten Preis mit dazu gekauft.

Die Polizei -speziell die Guardia Civil– kennt kein Pardon. Es gibt einige Regeln, die für uns ungewohnt sein mögen und unbarmherzig sanktioniert werden. Beispielsweise ist es verboten, den Ellenbogen aus dem Autofenster zu lehnen, mit Badelatschen oder barfuß Auto zu fahren, zu laut Musik zu hören und vieles mehr. Auch die spanische Gelassenheit in Bezug auf ein Gläschen zuviel ist seit Jahren strikter Alkoholkontrolle gewichen. Verkehrsdelikte, wie Falschparken und Geschwindigkeitsüberschreitungen, sind um ein Vielfaches teurer, als in Deutschland und kosten leicht ein paar hundert Euro.

Fazit

Teneriffa ist wie ein kleines Land. Es gibt alles, die Insel ist unkompliziert erreichbar und man fühlt sich schnell zuhause.

Landessprache ist spanisch, man spricht schlechtes englisch und mitunter auch ein bisschen deutsch.

Ab Frankfurt fliegt man direkt in ungefähr vier Stunden bis Teneriffa.

Die Zeitzone ist UTC-1, also bei uns 15:00 Uhr ist dort 14:00 Uhr

Meine Top 5 für Teneriffa Nord sind

  1. Teide* und die Cañadas
  2. Loropark*
  3. Siampark*
  4. das gute Essen überall
  5. Höhle Cueva del Viento

Dinge, die ich gern empfehlen kann

Eine Vielzahl weiterer Aktivitäten findest du hier für Teneriffa*. Viel Spaß!

Dazu noch mein Extra-Tipp wie immer: Schau dich um, beobachte, frage, lache und mach es einfach!

2 KOMMENTARE

  1. Ich bin immer sehr gern bei Salina Express unten in Puerto beim Plaza de Europa. Das sieht zwar etwas schraddelig aus, hat aber immer geöffnet und ist megalecker für einen schnellen Imbiss!

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