Alle sagen, du musst nach New York! Ich hatte eigentlich nie richtig den Anreiz gesehen. Warum? Ich glaube, keine andere Stadt der Welt können wir uns aufgrund hunderter schon gesehener Bilder, Filmszenen und Nachrichtenbeiträge besser vorstellen. Den Verkehrskollaps, unendlich hohe, verglaste Gebäude in Manhattan, den Central Park, die älteren Stadthäuser mit den außenliegenden Feuerleitern, den Lärm und die Leuchtreklamen, irgendwie kennst du das doch schon alles. Warum also hin?

Billig ist's nicht.

Anlässlich der Hochzeit eines Freundes bin ich im Herbst 2018 nun doch einmal nach New York City geflogen. Bei meiner Planung bin ich schon beinahe vom Stuhl gefallen, als ich Hotel- und AirBnB-Preise gecheckt habe. Wenn du einigermaßen wohnen möchtest, dann bist du bei einer Woche Aufenthalt mindestens ein Monatsgehalt los. Restaurantbesuche im Zentrum solltest du auch limitieren, wenn dein Budget nicht unendlich ist. Aber mit ein bisschen Planung lässt sich alles gut arrangieren. Mein erster Eindruck war genauso, wie ich es erwartet hatte. Eine große Stadt halt. Die Hochhäuser etwas höher, als in Hamburg, die Straßen etwas schmutziger, die Fassaden glitzernder und die Luft schlechter.

Superlative und Kleines am Rand

New York City ist groß. Sage und schreibe 8,4 Millionen Menschen leben hier in den fünf Stadtbezirken Manhattan, Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island. Die extremsten Kontraste New Yorks finde ich in Manhattan. Die Menschen laufen hier in einer deutlich höheren Geschwindigkeit durch die Straßen, als ich es gewohnt bin. Unwillkürlich kommt mir Stings „Englishman in New York“ in den Sinn. Ich komme mir in der Tat ein bisschen vor wie ein Alien. Nach kurzer Zeit schaffe ich es, mich von der umgebenden Hektik zu entkoppeln, auch wenn mich ständig irgendwer fast umläuft, weil ich im Weg stehe. Aber nur ohne diese Schnelligkeit gelingt es, die für mich exotisch anmutenden Kleinigkeiten zu entdecken. Die kleine Kapelle, die überdauert hat und sich unter ein paar Bäume inmitten des Hochhausdschungels duckt, die Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge wie im Film, Löschwasseranschlüsse an den Hochhäusern, die Amerikaflaggen überall, die Baumeinfassungen und viele Kleinigkeiten mehr.

Kann man im Sommer die Subway (U-Bahn) aufgrund unerträglicher Hitze praktisch nicht benutzen, ist sie im Herbst ein günstiges und vor allem sehr schnelles Fortbewegungsmittel. Während sich das Taxi noch um die nächste Ecke quält, ist die Bahn schon da.

New York Sightseeing nach Reiseführer; was muss, das muss!

Ich nutze den schönen Herbsttag, um ein paar der Musts abzuarbeiten. Zunächst führt mich mein Weg vorbei an extrem kitschigen Souvenirläden, diverser Straßenkunst, Tänzern und Straßen-Musikern hin zur Brooklyn Bridge. Die einst längste Hängebrücke der Welt über den East River kombiniert geschickt Auto- und Fußgängerverkehr, nämlich auf unterschiedlichen Ebenen. Auf der Brooklyn Bridge selbst stehen überall Straßenverkäufer, die neben Zeichnungen und Gemälden auch verschiedene Souvenirs, wie Schlüsselanhänger und Caps zu extrem günstigen Preisen verkaufen.

Natürlich muss ich auch auf das Empire State Building*, was nach einer unglaublich schnellen Bauzeit von nur 14 Monaten immerhin bis 1972 höchstes Gebäude der Welt war. Ich hatte mir das so kalkuliert, dass ich mit Wartezeit und ohne Hektik vor der Abenddämmerung oben sein wollte was auch tatsächlich funktioniert hat und ich auch so empfehlen kann. So hast du Tag und die Nacht in einem Besuch, was besonders für die New-York-Fotos, die jeder haben will, ein guter Plan ist. Auf dem Weg zum Rockefeller Center*, das amerikanischer kaum sein kann, begegnet mir eindrucksvoll berittene Polizei. Den Times Square hatte ich mir etwas größer vorgestellt, aber zumindest glitzert er mit seinen gigantischen Bildschirmen wie erwartet. Als guter Tourist winke ich vom Hudson River aus auch noch der Lady Liberty (Freiheitsstatue)* zu und statte auch dem Central Park einen Besuch ab.

Emotionen

Den Standort des berühmten Wallstreet-Bullen musste ich tatsächlich erst googlen, weil der Schuft eben nicht in der Wall Street steht, was ich schon ein wenig gemein finde. Was wäre New York ohne seine 200 Museen und 150 Theater? Prädestiniert ist der riesige Schmelztiegel der Kulturen allemal für Dance, Show und bildende Kunst.

Wo bis zum 11. September 2001 einmal die bekannten Zwillingstürme des World Trade Center standen, hat man vier neue Türme und das 7 World Trade Center errichtet. Von denen ist der markante 104-stöckige Turm, das One World Trade Center, mit 541 Metern das nunmehr höchste Gebäude der Vereinigten Staaten. Die Gedenkstätte aus zwei Wasserfallgruben an den Stellen der ehemaligen Zwilligstürme und dem Pavillon des „9/11 Memorial“ ist tatsächlich sowohl architektonisch, wie auch emotional sehr bewegend.

Fallen vermeiden!

Wie häufig im Nicht-Euro-Ausland ist die Beschaffung von lokalem Bargeld erforderlich, denn ein paar Dollar für ein Eis oder Taxi sollte man schon dabei haben. Wenn schon das Abheben an sich kein Problem ist, weil überall Geldautomaten stehen, lauert die Falle eher unsichtbar. Umtauschkurs und versteckte Gebühren können erheblich weh tun. Gut, wenn du eine Kreditkarte dabei hast, die im Ausland keine Gebühren für das Abheben von Bargeld berechnet und den Google-Kurs für den Umtausch ohne Gebühren zu Grunde legt. Falls du noch keine hast, hier ist eine Empfehlung für eine komplett kostenlose Mastercard Gold*,die das kann.

Zu wenig Zeit

Ebenfalls aus dem Fernsehen bekannt, aber live einfach unglaublich, sind die prachtvollen Shops der bekanntesten Modemarken auf der Fifth Avenue. Allein die Gebäudefronten und die Schaufenster sind einzigartig. Aber New York City ist nicht nur die Glitzerwelt Manhattans, sondern zieht sich bis Long Island hin ins Ländliche. Eine Woche ist letztlich viel zu wenig Zeit, um diese gigantische Stadt zu erfahren. Zu gern wäre ich auch noch in die Bronx eingetaucht, aber das muss halt bis zum nächsten Mal warten. Alle sagen, du musst nach New York. Na gut, jetzt sage ich es auch: du musst nach New York!

Landessprache ist englisch und vielfach auch spanisch oder andere.

Ab Frankfurt fliegt man direkt in zirka 8,5 Stunden nach New York. New York erreichst du über drei Flughäfen: John F. Kennedy (JFK), LaGuardia (LGA), Newark (EWR).

Die Zeitzone ist UTC-4, also bei uns 15:00 Uhr ist dort 11:00 Uhr.

Meine Top 5 für New York City sind

  1. Empire State Building ohne Anstehen (skip-the-line)*
  2. Rockefeller Center*
  3. Brooklyn Bridge
  4. 5th Avenue
  5. Ground Zero

Dinge, die ich gern noch gemacht hätte

Eine Vielzahl weiterer Aktivitäten für New York findest du hier*. Viel Spaß!

NYC-Pass: eine fantastische Möglichkeit NYC zu entdecken und Geld zu sparen.*

Dazu noch mein Extra-Tipp wie immer: Schau dich um, beobachte, frage, lache und mach es einfach!

1 KOMMENTAR

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

Etwas länger sollte der Kommentar schon sein ;-)
Name