Spanien und Corona, die Never Ending Story

Gestern Abend gab die TUI gegenüber der DPA bekannt, dass ab heute, Samstag, auf Grund steigender Corona-Infektionszahlen, die gebuchten Pauschalreisen nach Spanien Festland und Balearen bis Ende August 2020 nicht mehr stattfinden werden. Damit reagierte der Konzern auf die kurz zuvor ausgesprochene Reisewarnung durch das Auswärtige Amt. Dieses hatte im üblichen Wortlaut geschrieben: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen wird derzeit gewarnt.
Eingeschlossen in die Warnung sind ebenso die spanischen Mittelmeerinseln Balearen (Mallorca, Ibiza, Fomentera und Menorca).
Die im Atlantik vor der Küste Marokkos liegenden Kanarischen Inseln sind explizit von der Warnung ausgenommen.
Hier findest du die Infoseite des Auswärtigen Amtes für Spanienreisen.

Den Kunden der TUI werden laut Unternehmensmitteilung Reiseguthaben mit zusätzlichem Bonus oder Erstattung sowie Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten. Zum Beispiel auf die Kanarischen Inseln. Für Urlauber, die sich bereits in Spanien befinden, bietet die TUI auf Wunsch einen vorgezogenen Heimflug an und empfiehlt/bittet, innerhalb der kommenden sieben Tage zurück nach Deutschland zu fliegen. Fly-Smarter empfiehlt, allen Personen, die mit TUI direkt oder indirekt gebucht haben, sich mit der TUI oder dem Reisebüro in Verbindung zu setzen, da der TUI nach eigener Angabe nicht alle Kundendaten zur Verfügung stünden.
Hier findest du die oben beschriebenen aktuellen Informationen direkt von der TUI.
Hier ist die offizielle Kontaktseite der TUI.
Die Hotline-Nummer findet sich auf deinem Reiseplan.

Spanien und Corona

Die erneut ausgesprochene Reisewarnung aufgrund von Corona für Spanien (Festland und Balearen) wirft Fragen auf und verursacht Unmut. Sowohl in der Reisebranche, als auch in den Zielgebieten wird die Entscheidung der Bundesregierung ausdrücklich bedauert.

Das offizielle Statement des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) enthält die Bitte, die Entscheidungen mögen bitte „tagesaktuell überprüft und bald möglichst zurückgenommen werden“ ergänzt allerdings akzeptierend „da der Gesundheitsschutz die höchste Priorität für die Tourismusbranche hat“ und der BTW-Generalsekretär Michael Rabe bat um „Vernunft von Reisenden wie touristischen Unternehmen (…), die geltenden allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“.

Für die Zielgebiete bedeutet diese neue offizielle Reisewarnung wieder einen harten Schlag ins Gesicht. Denn viele Existenzen dort hängen ausschließlich vom Tourismus ab und es gibt bereits viele unerträgliche Situationen. Man muss bedenken, dass es in Spanien längst nicht so ein soziales Sicherungssystem wie in Deutschland gibt. Somit ist der vor ein paar Wochen aufkommende Hoffnungsschimmer vieler Betroffener nun über Nacht wieder zerstört worden.

Wie soll ich als Reisender mit der Corona-Warnung für Spanien und die Inseln umgehen?

In Spanien sind die Corona-Auflagen sehr streng und deren Nichteinhaltung ist mit heftigen Bußgeldern belegt. Beispielsweise besteht generelle Maskenpflicht im Freien, also auch, wenn du allein in den Bergen wanderst und einen Sicherheitsabstand von 15 Kilometern zur nächsten Person hättest. Auch wenn du an den Strand gehst, geht das nur mit Maske. Allerdings darfst du sie netterweise abnehmen, wenn du auf deinem Handtuch bist und einen Sicherheitsabstand zu anderen von mindestens 1,50 Metern einhalten kannst. Ebenso ist das Rauchen im Freien neuerdings verboten, wenn nicht durchgehend ein Sicherheitsabstand von 2 Metern gewährleistet werden kann. Viele Restaurants und Bars sind geschlossen und die Hotels haben hohe Sicherheitsstandards zu erfüllen. Auch im öffentlichen Raum sind überall Desinfektionseinrichtungen zu finden. Das Gesundheitssystem ist entspannt, die Krankenhäuser sind nicht überlastet. Veranstaltungen mit Personenansammlungen finden nicht statt, das Nachtleben ist eingestellt.

Unserer Meinung nach, sollten steigende Positivzahlen mit den ebenfalls steigenden Testzahlen ins Verhältnis gesetzt werden. Ebenso fehlt uns die Unterscheidung zwischen positiv getestet und tatsächlich erkrankt.

Zusammenfassung

Letztlich muss jeder für sich das Risiko einer Ansteckung und die mögliche Urlaubsfreude unter den gegebenen Bedingungen abschätzen. Virenvorhandensein und Erkrankung unterscheiden. Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in einem praktisch leeren Hotel in praktisch leeren Städten und Stränden? Inwieweit stören mich im Urlaub die regionalen Auflagen? Mit der Polizei in Spanien ist, anders als in Deutschland, besser nicht zu spaßen.

Auf jeden Fall ist bei der Rückkehr nach Deutschland aus Spanien (Ausnahme Kanaren) ein Corona-Test und eine Quarantäne bis zur Vorlage des Ergebnis‘ verpflichtend.

Falls du nun doch nicht nach Spanien reist, dann viel Spaß im eigenen Land und wenn doch, dann Gute Reise! 😉

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