Nicht nur die Bewohner Thailands sind wegen der Konsequenzen der Reisewarnung und Abschottung in einer prekären Situation. Besonders in allen ärmeren Ländern, die ihre Einnahmen zum Großteil aus dem Tourismus schöpfen, gibt es seit der Einstellung des Tourismus wegen Corona erschütternde Schicksale, die den persönlichen und wirtschaftlichen Ruin für ganze Familien, Unternehmen und Landstriche bedeuten.

Regionale Konsequenzen der Reisewarnung

Wenn wegen einer Reisewarnung die Hotels schließen, dann sind die Konsequenzen nicht nur, dass die Angestellten der Hotels auf der Straße sitzen (ohne staatliche Hilfen, wie wir sie aus Deutschland kennen).

Die Folgen

Infolgesessen stirbt ein gesamter Landstrich. Wie lange kann die Betreiberfamilie die weiterlaufenden Kosten ohne Einnahmen tragen? Desweiteren schließen die umliegenden Shops, Bars und Restaurants weil keine Kunden bzw. Gäste mehr da sind. Wer braucht denn noch die Tauch-, Surf- und Segelschulen, die Wäschereien, die Lieferanten der Verpflegung, des Bestecks, der Hotelschlüsselkarten, der Wäsche?

Was macht der Bauer, der seine Früchte nicht mehr los wird, was die Fischer, deren Kunden die Hotels waren? Was machen die Tänzer, Musiker und DJ's, die jeden Abend in den Bars und Hotels für gutes Urlaubsflair sorgten? Wer braucht noch Dekoration, Blumenservice, Barmixer oder Hochzeitsplaner? Was fotografieren die Fotografen und was reparieren die Werkstätten? Was wird aus den Fahrern, die die Exkursionsbusse fahren, den Reiseleitern, den Vermieter von Fahrrädern, Mopeds, Autos, Booten? Wie sollen die ambulanten Verkäufer von Souvenirs, Bekleidung und Kokosnüssen ihr täglich Brot bezahlen?

Und das alles sind keine Einzelpersonen, sondern die haben wiederum Mitarbeiter, Angestellte und Aushilfen. Wenn sich ein arbeitsamer Geist denn getraut hat, das von Opa geerbte kleine Grundstück zu beleihen, um eine Sicherheit für seine Existenzgründung zu haben, dann ist es jetzt weg. Statt des gebrauchten Kleinbusses hat er jetzt Schulden, die er in seinem Leben mit einem regulären Einkommen nicht mehr begleichen kann.

Es ist anders dort

Es übersteigt unser Vorstellungsvermögen hier in Europa und besonders in den reichen Ländern wie Schweiz, Österreich und Deutschland mit ihren umfassenden sozialen Sicherungssystemen. Aber nein, die Mehrzahl hat eben keine Krankenversicherung, weil sie sich einfach keine leisten können oder weil sie cash arbeiten und ohnehin aus einer eventuell existierenden staatlichen Versicherung herausfallen würden. Arbeitslosengeld gibt es regulär auch keines. Staatliche Hilfen für Unternehmen? Fehlanzeige! Die Mehrzahl ist eh nirgends angemeldet und würde eh nichts bekommen, selbst wenn es etwas gäbe.

Und nein, lasst uns bitte nicht den Fehler machen, die Situation mit unserer zu vergleichen. Nein, die können nicht mal eben ein paar Monate vom Ersparten leben. Beispielsweise verdient in der Dominikanischen Republik eine Verkäuferin oder Büroangestellte ca. 230€ im Monat. Also reicht das Einkommen normalerweise nicht einmal bis zum Monatsende. Daher ist an Sparen nicht zu denken. Und die steht jetzt mit ihren zwei Kindern da und hat nichts. Während der eine oder andere vielleicht noch einen Opa mit ein paar Obstbäumen, Ziegen und Hühnern im Hinterland hat, wo er hin flüchten kann, sind die meisten Menschen einfach sich selbst überlassen. Was würdest du tun, wenn sich deine zweijährige Tochter mit Hungerkrämpfen auf dem Boden wälzt? Ja genau. Traurig, oder?

Alles wird gut

Bevor vor Ort alles wieder gut wird, müssen die potentiellen Urlauber wieder Vertrauen in die Destination finden und selbst so gut dastehen, dass an Urlaub wieder zu denken ist. Natürlich können wir wegschauen und die Bundesregierung kann Urlaub im eigenen Land promoten. Irgendwann gibt's dann halt wieder ein paar hundert Millionen Entwicklungshilfe, die sich irgendein korrupter Politiker einsteckt, und unser weißes Gewissen ist wieder sauber. Nichtsdestotrotz wird dich die Kellnerin im Resort wieder anlächeln, einfach weil es ihr Job ist. Nicht, weil ihr zum Lächeln zumute wäre. Die Lebensgrundlage und das kleine bisschen Vermögen tausender Menschen ist durch Fremdentscheidungen zerstört worden und viel, viel Leid, Tod und Verlust hat es gekostet. Klingt böse. Aber es ist es auch.

Die Kosequenzen der Reisewarnung und Abschottung in Thailand

Das Südtiroler Onlinemagazin „BARFUSS“ hat einen Gastbeitrag eines in Thailand lebenden Österreichers veröffentlicht, der hautnah die Konsequenzen der Reisewarnung und des lokalen Lock-Downs erlebt und den wir hier gern anteasern und per Link veröffentlichen.

Mein Name ist Daniel Djukic, 38 Jahre alt. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in Salzburg bin ich 2009 ausgewandert. Das Bedürfnis nach Veränderung und die Lust auf etwas Exotisches haben mich nach Ko Samui in Thailand geführt. Mit dem Beruf des Tauchlehrers habe ich einen erfüllenden Job gefunden, der mir all die Jahre ein angenehmes Leben ermöglichte. 2012 habe ich meine Ehefrau Ying kennengelernt. Sie ist auf Ko Samui geboren, arbeitete als deutschsprachige Reiseleiterin und betreibt seit 2013 einen Kochkurs für thailändische Küche – eine unter Urlaubern beliebte Beschäftigung. Wie so viele andere hier leben wir also vom Tourismus.

Ende 2019 haben wir uns entschlossen, mit unserem Ersparten ein Grundstück auf der Insel zu kaufen und ein Häuschen zu bauen. Es liegt ruhig und abgelegen inmitten tropischen Dschungelidylls. Hier wollten wir leben und den Kochkurs weiterführen. Mit der Coronakrise kam alles anders…
… und hier geht's weiter.

Abschließende Gedanken zum Thema Konsequenzen der Reisewarnung

Wennzwar wir selbstverständlich davon ausgehen, dass keine Regierung leichtfertig und ohne Grund eine Reisewarnung ausspricht, wollen wir doch darauf aufmerksam machen, dass diese simple Reisewarnung oder ein Lock-Down weitreichende wirtschaftliche und menschliche Konsequenzen nach sich zieht. Falls überhaupt, sind diese nur in jahre-, wenn nicht jahrzehntelanger Aufbauarbeit wieder zu korrigieren und viele bleiben auf der Strecke. Desweiteren wollen wir den Artikel nicht so verstanden wissen, dass du leichter Hand eine ausgesprochene Reisewarnung ignorieren sollst.

Allerdings sind mittlerweile in den Urlaubsregionen dieser Welt die Hygiene-Auflagen, ein Geschäft oder gar Hotel wieder zu öffnen, so strikt, dass von dort die geringste Gefahr ausgehen dürfte. Schalte deinen gesunden Menschenverstand ein und überlege selbst. Solange du weg bleibst vom lokalen Menschentrubel, du nicht auf dem Markt oder in den Verkehrsmitteln alles anfassen musst, dir die Hände wäschst und desinfizierst, die lokalen Bestimmungen einhältst, ist die Gefahr wirklich größer, als in Deutschland? Touristen sind da eh kaum welche. Weil es regional aber Auflagen, wie z.B. die Maskenpflicht gibt, frage dich auch, ob dennoch deine Urlaubsfreude gewährleistet sein kann. Bedenke weiterhin wenn du verreisen möchtest stets, dass du einen guten Krankenversicherungsschutz* haben solltest und dass du die Basics befolgst.
Ansonsten wünschen wir dir schone Erlebnisse und eine gesunde Heimkehr.

Die Reisewarnungen für Europa und ein paar internationale Reiseländer findest du in unserem täglich aktualisierten Artikel: „Wohin darf ich reisen?

Hat dir der Artikel gefallen? Hast du selbst Erfahrungen zu den Konsequenzen der Reisewarnung vor Ort gemacht? Schreib mir gern deine Erfahrungen an: thomas @ fly-smarter.com

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