Kommt die Impfpflicht für internationale Reisen? Das Thema wird heiß diskutiert.
Die Verschwörungstheorien meinen wir hier nicht und distanzieren uns ausdrücklich von den abstrusen Nano-Chip-Phantasien. Dennoch stellt für die einen eine Impfpflicht die überfällige, notwendige und gruppensolidarische Maßnahme dar, um die Welt vom verhassten Virus zu befreien. Andererseits kann man diese Impfpflicht für internationale Reisen auch als massiven Einschnitt in die Persönlichkeitsrechte sehen. Insbesondere durch die unzureichenden Erfahrungen zu Nebenwirkungen wird die Unsicherheit geschürt.

Gehört zukünftig die Impfung obligatorisch zur Reisevorbereitung?

Nun hat heute (16. Dezember 2020) erstmals das World Travel & Tourism Council (WTTC), als weltweiter Vertreter des Privatsektors Reisen und Tourismus, in London zum Thema Stellung bezogen.

Das WTTC zur Impfpflicht für internationale Reisen

Das WTTC hat sich mit wichtigen Größen der Branche, dem Airports Council International (ACI), dem World Economic Forum (WEF) und der International Chamber of Commerce (ICC) zusammengetan, um die Impfpflicht für internationale Reisen als Voraussetzung für die Wiederaufnahme des internationalen Reisebetriebs zu beleuchten.

Das WTTC betont, dass die öffentliche Gesundheit von größter Bedeutung sei und erkennt ausdrücklich den Wert der Einführung bahnbrechender Impfstoffe an. Diese würden langfristig eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Coronavirus und der Wiederherstellung des internationalen Reiseverkehrs spielen.

Dennoch dürften sie jedoch keine zwingende Voraussetzung zum Reisen sein, da dies die Wiederbelebung des bereits stark angeschlagenen Reise- und Tourismussektors weiter verzögern würde. Denn dieser müsste so schnell wie möglich neu gestartet werden, um den Sektor selbst und Millionen von Arbeitsplätzen weltweit zu retten. Die Rückkehr der Menschen in die Arbeitswelt, deren Lebensunterhalt von der verheerenden COVID-19-Pandemie betroffen ist, würde den Menschen auf der ganzen Welt enorme Vorteile bringen. Jüngste Untersuchungen des WTTC zeigten, dass weltweit über 174 Millionen Arbeitsplätze im Bereich Reisen und Tourismus bedroht sind.

Die traurigen Konsequenzen der Reisewarnung

Während Reisewarnung für uns heißt, „na dann halt woanders hin“, hat sie in den geblockten Zielgebieten schlimme Konsequenzen.

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Weiterhin wird betont, dass ein Warten auf die umfassende Verfügbarkeit und Applikation, die Erholung des internationalen Reiseverkehrs schwer beeinträchtigen würde. Sind doch die traurigen Konsequenzen des Niedergangs des Tourismus in vielen, gerade ärmeren Ländern überdeutlich spürbar.

Die sichere Öffnung bestehender Reisekorridore wie London Heathrow – Dubai mit geeigneten Test- und Hygieneprotokollen zeigt, dass internationale Reisen bereits mit minimalem und akzeptablem Risiko stattfinden können.

Das WTTC und seine internationalen Partner schlagen folgende Maßnahmen vor

Weltweit anerkanntes Testregime beim Abflug

Es sei wichtig, dass beim Abflug schnelle und kostengünstige Tests nach internationalen Standards für alle Passagiere eingeführt würden, um das Übertragungsrisiko zu minimieren.

Gemeinsame Gesundheits- und Hygieneprotokolle

Erweiterte Gesundheits- und Hygieneprotokolle wie die WTTC-Protokolle für sicheres Reisen könnten sicherstellen, dass das Risiko einer Übertragung während des Reisens tatsächlich geringer wäre als im Heimatland.

Risikomanagementsystem statt Impfpflicht für internationale Reisen

Alle Regierungen sollten eine klare Politik des Risikomanagements in Übereinstimmung mit den jüngsten Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), der Task Force zur Wiederherstellung des Luftverkehrs (CART) des Rates und den Richtlinien der Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union und der EU verabschieden. Koordiniert werden sollte dies vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (EASA / ECDC). Dies steht in krassem Gegensatz zu dem gegenwärtig praktizierten Ansatz zur Risikovermeidung, der sich in 10 bis 14-Tage-Quarantänen widerspiegelt und sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisen unnötig schwierig macht.

Reisepässe

Impfungen könnten begleitend in digitalen Reisepässen wie CommonPass, AOK Pass und IATA Travel Pass registriert werden, um eine gemeinsame Zertifizierung von Testergebnissen zu erreichen. Dies würde die Wiederbelebung des Reisens sicherstellen, ohne dass restriktive und unnötige Reisebarrieren und kontraproduktive Quarantänen erforderlich wären. Im Gegensatz dazu würde der Versuch, sogenannte „Gesundheitspässe“ einzuführen, die dringend benötigte Wiederaufnahme des Tourismus nur weiter verzögern.

Abschließendes

Das WTTC ist gemeinsam mit den anderen Allianz-Partnern der Ansicht, dass die Wiederaufnahme des Reisens nicht an eine Impfpflicht für internationale Reisen gekoppelt werden sollte. Vielmehr sollten Sorgfaltspflicht und verbesserte Praktiken ausreichen, um das Reisen wiederzubeleben.
Laut der Ansicht dieser Kommission sind effektive Testmethoden in Kombination mit zum großen Teil vor Ort schon praktizierten strengen Hygieneprotokollen deutlich geeigneter, um den weltweiten Reisebetrieb sicher wieder aufzunehmen.

Die Präsidentin und CEO des WTTC, Gloria Guevara, erklärte unter anderem

Das WTTC begrüßt die unglaublichen Entwicklungen und die enormen ermutigenden medizinischen Fortschritte bei COVID-19-Impfstoffen, mit denen die Impfungen gegen Coronaviren begonnen wurden. Die Impfstoffe, die derzeit eingeführt werden, sind wirklich wegweisend und hoffentlich nur die ersten von vielen, die die Welt verändern könnten. Sie markieren den Beginn unserer Rückkehr zu einer normaleren Lebensweise und machen Hoffnung auf die Rückkehr zu sicherem internationalen Reisen.“

Resümierend schreibt das WTTC zur Impfpflicht für internationale Reisen

Impfstoffe helfen langfristig, dürfen aber keine Voraussetzung für das Reisen sein. Internationale Reisen können bereits mit minimalem Risiko mit einer Kombination aus effektiven Testverfahren und robusten Hygieneprotokollen neu gestartet werden. WTTC, ACI, WEF und ICC fordern sofortige Maßnahmen zur Rettung des Sektors und zur Wiederherstellung einer umfassenden Reisefreiheit für die Bürger der Welt.“

Falls du den Originalartikel (englisch) zum Thema „Impfpflicht für internationale Reisen“ lesen möchtest: Hier ist er.

Auch ohne Impfpflicht für internationale Reisen nicht vergessen:

Corona-Versicherung

Unbedingt wichtig: Auslandsreisekrankenversicherung* für den Zeitraum der Reise. Wir empfehlen diese*, die dir für wenige Euro auch im Corona-Ernstfall und sogar auch bei der bewussten Einreise bei schon ausgesprochener Reisewarnung wirklich hilft!

Geldbeschaffung ohne überflüssige Gebühren

Häufig ist im Nicht-Euro-Ausland die Beschaffung von lokalem Bargeld erforderlich, denn ein paar Scheinchen solltest du schon dabei haben. Wenn schon das Abheben an sich kein Problem ist, weil überall Geldautomaten stehen, lauert die Falle eher unsichtbar. Umtauschkurs und versteckte Gebühren können erheblich weh tun. Gut, wenn du eine Kreditkarte dabei hast, die keine Gebühren für das Abheben von Bargeld im Ausland berechnet und den Google-Kurs für den Umtausch ohne Gebühren zu Grunde legt. Falls du noch keine hast, hier* ist eine persönliche Empfehlung für eine komplett kostenlose Mastercard Gold ohne Mindestumsatz.

Es droht Impfpflicht für internationale Reisen

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