Revolut ist eine dieser neuen hippen Internetbanken, die jetzt wie Pilze aus dem Boden schießen. Selbst bezeichnet Revolut sich als digitale Banking-Alternative, die klassischen Konten überlegen sein will. Revolut hat jedoch darüber hinaus eine geheime „Superpower“ – denn es lassen sich mit diesem Konto schier endlos Meilen und Punkte schinden. Wie es genau funktioniert und ob damit Gefahren verbunden sind, erklären wir dir in diesem Artikel.

Fakten im Überblick

  • dauerhaft kostenloses Kontomodell
  • Meilen sammeln mit Miles & More Kreditkarte oder Hilton Honors Kreditkarte
  • keine Fremdwährungsgebühren
  • weltweit kostenlos Geld abheben am Geldautomaten (200 Euro/Monat)
  • Verwaltung des Kontos komplett digital über die App

Meilen sammeln mit der Revolut Kreditkarte

Eigentlich funktioniert das Ganze recht einfach! Du kannst das Revolut Konto kostenlos mit einer Kreditkarte aufladen – leider nur mit VISA oder MasterCard, American Express funktioniert nicht. Somit funktioniert die Einzahlung auf das Revolut Konto mit den folgenden Kreditkarten:

  • Miles & More Kreditkarten
  • Hilton Honors Kreditkarte
  • Eurowings Kreditkarten

Die Einzahlung wird von den Meilen- bzw. Punkte-Kreditkarten als „normaler“ Umsatz erfasst und somit mit Punkten oder Meilen vergütet. Hast du dein Revolut Konto einmal aufgeladen, kannst du das Geld für eine reguläre SEPA-Überweisung mit IBAN verwenden.

Lädst du also dein Revolut Konto mit 1.000 Euro von der Miles & More Kreditkarte auf, bekommst du dafür die reguläre Anzahl Meilen und kannst mit den 1.000 Euro deine Miete bezahlen, indem du diese an deinen Vermieter überweist. Durch diesen „Trick“ kannst du demnach alle Zahlungen vornehmen, die üblicherweise nicht mit Kreditkarte funktionieren, sondern vom Konto überwiesen werden können. Und trotzdem bekommst du die volle Punkte- oder Meilengutschrift!

Regelmäßige Leser wissen bereits, was man mit Punkten und Meilen anstellen kann und dass du mit 15.000 Meilen von Miles & More bereits einen Prämienflug innerhalb Europas mit Eurowings sowie Lufthansa Meilenschnäppchen buchen kannst! Hier also die genaue Anleitung:

15.000 Flugmeilen von Miles & More oder noch mehr

Je nachdem, wie hoch deine monatlichen Überweisungen sind, kannst du eine überaus stattliche Anzahl Meilen sammeln. Beträgt deine Miete nur 1.000 Euro (was in deutschen Großstädten wohl inzwischen als günstig gilt!), schaffst du es auf 12.000 Meilen im Jahr. Zahlst du dann noch deine Handy- und Strom-Rechnung oder deine Versicherungen mit Revolut dürftest du es sicherlich auf 15.000 Meilen zusätzlich pro Jahr schaffen. Oder eben mehr!

Ganz unkompliziert funktioniert die Einzahlung mit Apple Pay.

Ich zahle übrigens meine Miete sowie den Beitrag zur freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung vom Revolut Konto und sammle so jeden Monat mehr als 2.000 Meilen bzw. Punkte zusätzlich. Im Jahr sind das über 25.000 Punkte oder Meilen bei Nutzung meiner Miles & More Business Gold.

Mit den Miles & More Business Kreditkarten soll es manchmal vorkommen, dass eine Einzahlung nicht als kostenlos angezeigt wird. Bei mir ist das hingegen noch nicht passiert (vielleicht weil ich Apple Pay nutze?). Versucht man es später erneut, soll es wieder kostenlos funktionieren.

Hilton Diamond Status

Ein interessantes Modell kann sein, sich so mit der Hilton Honors Kreditkarte den Diamond Status zu verdienen, den es ab 20.000 Euro Kreditkartenumsatz pro Jahr mit dieser Kreditkarte gibt.

Easy war die Aufladung mit der Hilton Honors Kreditkarte jedoch nicht, denn die erste Einzahlung wurde gleich abgelehnt. Auch alle weiteren Versuche scheiterten. Bei der nächsten Kartenzahlung im Supermarkt wurde die Zahlung ebenfalls abgelehnt, so dass jetzt klar war, dass die Kreditkarte offensichtlich gesperrt war. Ein Anruf beim Karten-Dienstleister unter 089 – 4 1111 6556 brachte Gewissheit: der Fraud-Algorithmus hatte beim ersten Aufladeversuch angeschlagen und die Karte mit einer Softsperre belegt, die telefonisch jedoch unproblematisch aufgehoben werden konnte.

Möglich sind mit der Hilton Honors Kreditkarte aber nur Einzahlungen von maximal 1.000 Euro pro Tag, korrespondierend mit dem maximalen Abhebungslimit am Geldautomaten pro Tag.

Keine deutsche IBAN-Kontonummer

Einen (kleinen) Schönheitsfehler hat das Revolut Konto allerdings aktuell: Es gibt keine deutsche IBAN-Kontonummer, sondern leider nur eine britische, die mit GB beginnt.

Das mag bei Überweisungen völlig egal sein, den wenigsten Zahlungsempfängern dürfte auffallen, dass es sich um ein ausländisches Konto handelt. Und wenn, wo ist das Problem? Anders sieht es hingegen bei der Erteilung von Lastschriften aus. Da führt das britische Konto regelmäßig zu einer Ablehnung. So konnte ich das Konto nicht als Zahlungsmethode bei Payback PAY hinterlegen. Bei Mobilfunkanbietern soll es mit Lastschriftmandaten ebenfalls regelmäßig Probleme geben. Umso mehr erstaunt dies, da eine IBAN-Diskriminierung untersagt ist und gemeldet werden kann.

Für den möglichen Brexit hat Revolut auch schon einen Plan in der Schublade, denn für diesen Fall hat man eine Banklizenz in Litauen erworben. Ob es in Zukunft auch Pläne für eine deutsche IBAN gibt, ist derzeit noch unbekannt. Das wäre natürlich das Nonplusultra!

Gibt es Nachteile oder auch Gefahren?

Die vereinzelten Probleme habe ich oben schon angesprochen. Insbesondere die Kartensperre ist natürlich ärgerlich, auch wenn der Betrugsverdacht schnell und problemlos geklärt werden konnte. Die Sperre wurde außerdem weder im Onlinebanking angezeigt (die Transaktion wurde da ja sogar freigegeben!), noch erhält man eine E-Mail mit dieser Information. Erst Tage später erreichte mich ein Brief, dass es einen Betrugsverdacht gab und man zur Sicherheit die Kreditkarte gesperrt habe. Das ist alles andere als smart!

Natürlich könnte die DKB als Anbieter der Miles & More und Hilton Honors Kreditkarten die Punkte bzw. Meilen für die Aufladung von heute auf morgen nicht mehr gutschreiben. Aber warum sollten sie das tun? Revolut zahlt die regulären Kreditkartengebühren. Daher könnte allenfalls Revolut ein Interesse daran haben, diesen Weg unattraktiv zu machen.

Sperrung des Revolut Kontos

Kontosperre Revolut: Konto gesperrt

Problematisch wird es natürlich, wenn man es übertreibt und zu viele Aufladungen und viele Überweisungen macht. Viel oder zu viel sind Bewegungen, die an 80.000-100.000 Euro pro Jahr heranreichen.

Besonders kritisch werden vor allem Aktionen gesehen, die an seine eigenen Konten gehen, also solche bei denen man das Revolut-Konto über die Kreditkarte auflädt und danach an die eigenen Bankkonten überweist. Hier liegt es sehr nahe, dass man einen Kreislauf betreibt, allein um Meilen oder Punkte zu schinden. Das kann übrigens auch der Fall sein, wenn man sein eigenes Kreditkartenkonto ausgleicht bei Miles & More oder American Express. Denn auch dort ist man der Kontoinhaber.

Übrigens fragt Revolut weder bei der Schufa deine Bonität an, noch meldet sie das Konto dorthin.

Gibt es Alternativen zu Revolut?

Im Moment wohl nicht. Nachdem die Wirecard-Tochter Boon ihren Dienst einstellte, gibt es keinen Anbieter mit deutscher IBAN und kostenloser Aufladung mehr.

  • Bunq verlangt für die Aufladung jeweils 0,5% Gebühren, nicht nur im kostenlosen Kontomodell „Travel“, sondern auch für die Modelle mit Grundgebühr. Dort ist allerdings eine Aufladung von 500 Euro im Monat kostenlos.
  • Transferwise verlangt ebenfalls 0,2% Gebühren für die Aufladung, die vergleichsweise günstig ausfallen, zumindest im Vergleich zu den anderen Anbietern.
  • N26 erlaubt nur 150 Euro pro Monat kostenlos und verlangt dann 3% Gebühren.

Revolut VISA Kreditkarte: Meilen und Punkte sammeln

Revolut Kreditkarte kostenlos bestellen,
über uns Versandkosten sparen und ab
jetzt mehr Meilen und Punkte sammeln

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

Etwas länger sollte der Kommentar schon sein ;-)
Name